Der EU-Plan „Safe Hearts“ ist zu begrüßen, aber es müssen verstärkte Maßnahmen ergriffen werden, um die Ursachen zu bekämpfen.
Präventive Maßnahmen müssen über die Wahl des Lebensstils hinausgehen.
Der neue EU-Plan für Herz-Kreislauf-Gesundheit wurde heute vorgestellt. Safe Hearts Plan – zeigt ein begrüßenswertes Bestreben, die Herz-Kreislauf-Gesundheit in ganz Europa zu verbessern. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nach wie vor die häufigste Todesursache in der EU und für jeden dritten Todesfall pro Jahr verantwortlich.1
Menschen aus sozial benachteiligten Verhältnissen haben ein um 68 % höheres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken. Um das im Safe Hearts Plan festgelegte Ziel einer 25-prozentigen Senkung der vorzeitigen Herz-Kreislauf-Sterblichkeit bis 2035 zu erreichen, sind verstärkte Maßnahmen zur Bekämpfung der Ursachen und zur Beseitigung sozialer Ungleichheiten im Gesundheitswesen erforderlich. Darüber hinaus bedarf es spezifischer Zielvorgaben, um sicherzustellen, dass der Plan die Menschen mit dem größten Bedarf angemessen unterstützt.
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind nicht allein das Ergebnis persönlicher Entscheidungen. Ihre Ursachen liegen oft außerhalb des individuellen Einflussbereichs. Sie werden durch soziale, umweltbedingte und wirtschaftliche Faktoren beeinflusst, beispielsweise durch die leichte Verfügbarkeit, den günstigen Preis und die Suchtgefahr ungesunder Produkte, während Verbraucher nicht über deren Gesundheitsrisiken aufgeklärt werden.
Um wirklich etwas zu bewirken, muss der Safe Hearts Plan über seinen derzeitigen Fokus auf Lebensstilentscheidungen hinausgehen, sich nicht auf Selbstregulierungen der Industrie verlassen und verbindliche Regelungen vorschlagen, um die kommerziellen Determinanten der Gesundheit anzugehen.
EuroHealthNet fordert klare und starke rechtliche Maßnahmen zur Förderung der Herz-Kreislauf-Gesundheit, wie zum Beispiel:
- Obligatorische Zutaten- und Nährwertkennzeichnung auf alkoholischen Getränken mit deutlichen Gesundheitswarnungen.
- Erhöhte Steuern auf alkoholische Getränke und auf Lebensmittel mit niedrigem Nährwert.
- Verbesserung der Bezahlbarkeit gesunder Lebensmittel, unter anderem durch Subventionen und reduzierte Mehrwertsteuer auf frisches Obst und Gemüse.
- Eine verpflichtende, harmonisierte Kennzeichnung auf der Vorderseite von Lebensmittelverpackungen soll Verbraucher zu gesünderen Alternativen führen. Angesichts der nachgewiesenen Schädlichkeit von hochverarbeiteten Lebensmitteln ist diese Maßnahme dringlicher denn je.2,3
- Stärkere und durchsetzbare Kontrollmaßnahmen für Tabak, neuartige Tabakprodukte und Nikotin zur Reduzierung des Konsums und der Exposition.
80 % der vorzeitigen Herzerkrankungen und Schlaganfälle sind durch Maßnahmen gegen Risikofaktoren wie Tabakkonsum, Alkoholmissbrauch und ungesunde Ernährung vermeidbar. Wir brauchen Regulierungen, um die Verfügbarkeit dieser schädlichen Produkte einzuschränken und Verbraucher klar über die damit verbundenen Gesundheitsrisiken zu informieren.
Durch die Umsetzung ambitionierter rechtlicher Maßnahmen kann Europa sicherstellen, dass Herz-Kreislauf-Gesundheit für alle Bürger Realität wird – und nicht ein Privileg für wenige bleibt.
Caroline Costongs
Direktor von EuroHealthNet
EuroHealthNet bekräftigt sein Engagement für die Partnerschaft mit der Europäischen Kommission, Regierungen, Gesundheitsbehörden und der Zivilgesellschaft, um Fortschritte zu beschleunigen und gesündere, gerechtere Gesellschaften aufzubauen, in denen jedes Herz gesund bleiben kann.
Weitere Informationen zur Vision von EuroHealthNet für die Herz-Kreislauf-Gesundheit in Europa finden Sie in unserer Kurzfassung.
3. The Lancet , „Hochverarbeitete Lebensmittel: Zeit, die Gesundheit vor den Profit zu stellen.“', (2025)The Lancet, Band 406, Ausgabe 10520, 2601











