Gesundheitsförderung im digitalen Zeitalter: Potenziale nutzen, Risiken reduzieren
Digitale Umgebungen prägen zunehmend unser Leben, Lernen, Arbeiten und Altern und bergen sowohl neue Chancen als auch Risiken für Gesundheit und Wohlbefinden. Digitale Werkzeuge unterstützen uns dabei, aktiv zu bleiben, mit dem Rauchen aufzuhören, mit Freunden und Familie in Kontakt zu bleiben und auf Gesundheitsinformationen zuzugreifen wie nie zuvor. Gleichzeitig profitiert die Technologiebranche von suchterzeugenden Designs, fördert die Verbreitung von Fehlinformationen im Gesundheitsbereich und setzt Millionen von Menschen, darunter auch Kinder, Cybermobbing und schädlichen Inhalten aus.
Die EU hat Maßnahmen ergriffen, um die Gefahren digitaler Werkzeuge zu mindern: Das Gesetz über digitale Dienste, das KI-Gesetz und der Aktionsplan gegen Cybermobbing sind Schritte in die richtige Richtung. Doch ohne eine konsequente Durchsetzung und eine explizite Gesundheitsfolgenabschätzung im Zentrum der digitalen Regulierung besteht die Gefahr, dass die Regeln nicht ausreichen.
„Die gesundheitlichen Risiken von Online-Plattformen sind für Gesetzgeber und Entscheidungsträger möglicherweise nicht immer offensichtlich. Die Präsentation von Erkenntnissen in einer handlungsorientierten Form sollte eine der höchsten Prioritäten der öffentlichen Gesundheitsgemeinschaft sein, wenn wir in ganz Europa sinnvolle politische Veränderungen bewirken wollen.“
- Kremlin Wickramasinghe
Regionalberater, Abteilung „Prävention und Gesundheitsförderung“ bei der WHO/Europa
Die EuroHealthNet-Partnerschaft traf sich in Warschau, um die Herausforderungen und Lösungsansätze für Gesundheitsförderung und Prävention im digitalen Zeitalter zu erörtern. Aussage Die heute ins Leben gerufene Partnerschaft stellt drei Hauptforderungen:
- Digitale Räume und hybride Umgebungen schaffen, die die Gesundheit schützen und fördern
Digitales Wohlbefinden muss in Bildung, Gesundheitswesen und öffentlicher Politik verankert werden, mit EU-weiten Qualitätsstandards für Gesundheits-Apps, einer stärkeren digitalen Kompetenz und Strategien für die psychische Gesundheit, die dem digitalen Zeitalter gerecht werden. - Technologieplattformen müssen für den von ihnen verursachten Schaden zur Rechenschaft gezogen werden.
Die EU-Regulierung im Bereich Digitalisierung und KI soll gestärkt werden, indem ein „Do no harm“-Ansatz für die Gesundheit angewendet wird, Beweise bereitgestellt werden, die von den Gesetzgebern genutzt werden können, und die vollständige Umsetzung und Durchsetzung der bestehenden EU-Rahmenbedingungen sichergestellt wird. - Schützen Sie reale, menschliche Beziehungen und Fähigkeiten.
Gewährleisten Sie eine sinnvolle Beteiligung der Gemeinschaften an Entscheidungsprozessen und investieren Sie in Offline-Räume, die soziale Kontakte, psychische Gesundheit, Kompetenzen und körperliche Aktivität fördern.
„Digitale Umgebungen und KI verändern sich rasant, und wir können es uns nicht leisten, uns zurückzulehnen. Wir müssen mit Schulen und Gemeinden zusammenarbeiten, um Maßnahmen zu ergreifen, die Branche zu regulieren und alternative Offline-Umgebungen anzubieten. Das Zeitfenster, um dies zu gestalten, ist jetzt, solange sich unsere Normen und Online-Gewohnheiten noch herausbilden.“
- Caroline Costongs
Direktor von EuroHealthNet
EuroHealthNet-Seminar 2026 zum Thema Gesundheitsförderung und Prävention im digitalen Zeitalter
Die Erklärung knüpft an die Diskussion bei an. EuroHealthNet-Jahresseminar 2026Das Seminar, das am 1. Juni 2026 vom Polnischen Nationalen Institut für öffentliche Gesundheit – Nationalen Institut für Hygiene in Warschau veranstaltet wurde, untersuchte, wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Gesundheitsförderung und Krankheitsprävention unterstützen und gleichzeitig damit verbundene Risiken und Ungleichheiten angehen können.
Schauen Sie die Seminaraufzeichnung hier.
Ähnliche Resourcen
Gesundheitsförderung und Prävention im digitalen Zeitalter - EuroHealthNet-Jahresseminar 2026











